Die Hütte des verlorenen Spiels 2009

Kurzberichte von Rowanfair und Ankantoiel zur Hütte des verlorenen Spiels (ÖTG)
Achensee 28.11.2009

Der Drache, der "Drakon" seinen Namen gabEndlich mal wieder ein Tolkien-Event in diesem Jahr – dachte ich, angesichts des Veranstalters. Hmmm – von Tolkien war nicht viel zu spüren. Ein einziges Spiel in der gesamten Auswahl hatte direkten Bezug! Das allerdings war ein „Feinschmeckerli“ – zumindest was Alter und Verfügbarkeit betraf: „Riddle of the Ring“, Tolkien Enterprises, Berkeley, CA 1985 – englische Version (lange vor dem Filmhype entstanden!). Von der Besitzerin liebevoll mit schöneren Figuren (Tabletop-Figuren) für die je 4 Hobbits und Nazgul ausgestattet, mit einer recht eigenwilligen Middle Earth-Map und anfangs etwas verwirrendem Regelwerk. Wenn man aber erstmal die Möglichkeiten der Figuren, Karten und Spielzüge verstanden hatte, war`s recht ansprechend. Auch, wenn „Jeder gegen Jeden“ nicht gerade Hobbit-Philosophie ist ☺. Zum Glück hatten sich vier Spieler gefunden, um ein wenig Abwechslung in den Ablauf zu bringen; mit Zweien wär’s fad geworden.
Die Tiroler DelegationDer Spieletisch war insgesamt recht üppig ausgestattet. Die Menge der Anwesenden (20 plus Baby und Hundchen) ermöglichte mehrere Spielergruppen parallel, was bisweilen einen interessanten Geräuschteppich produzierte, der Konzentration aber nicht wirklich Abbruch tat. Nun bin ich eigentlich gar kein Spieler und ging entsprechend unbedarft an die Sache heran. Neben dem bereits angesprochenen, reichte unsere begrenzte Zeit nur für zwei weitere Schnupperspiele aus. „Säulen der Erde“ (für 4 Mitspieler), das sich strategisch in 6 Spielrunden um den erfolgreichen und gewinnbringenden Bau einer Kathedrale dreht. Und „Drakon“ – stilistisch sehr puristisch. Das Opulenteste hier war der Drache unter den Spielfiguren! Auch hier sind strategische Überlegungen die Basis des Spieles. Zu sechst ergeben sich durchaus überraschende Wendungen. Kleine Gemeinheiten würzen den Spielverlauf…

Trotz Kurzvisiten-Quereinstieg unserer zwei Tolkienstammtisch Tirol Repräsentantinnen, wurden wir freundlich aufgenommen, nett integriert und mit üppigem Abendessen versorgt.
Leider war wegen der Konzentration auf die Spiele nicht viel Zeit für Gespräche. Dafür hätten wir dann wahrscheinlich wirklich mit den anderen in der JH übernachten müssen. Alles in Allem ein netter Nachmittag unter lieben Leuten – DANKE EUCH!
Besucht uns doch mal zum Stammtisch!

Rowanfair


Soviele Karten und Farben - Hilfe!Trotz der Tatsache, dass man wegen dem ganzen Spielen nur wenig zum Reden gekommen ist, war es auch für mich ein sehr schöner Nachmittag. Ich habe mich sehr gefreut endlich wieder die ganzen lieben Gesichter zu sehen – und es wurde mir bewusst, dass ein Jahr ohne ÖTG-Fest nicht mehr sein darf. Ihr dürft mich somit am Frühlingsfest erwarten. 🙂
Für mich war dieser Tag aber auch eine gute Möglichkeit wieder ein paar neue Brettspiele kennenzulernen – er war damit ein mehr als würdiger Ersatz für die Spielemesse, die zum selben Zeitpunkt in Innsbruck stattgefunden hat. Die drei Spiele, zu denen wir an diesem Nachmittag gekommen sind, waren mit unter ein guter Genre-Mix. Während man in der Buchumsetzung „Die Säulen der Erde“ sehr strategisch und taktisch spielen musste, um in den sechs Spielrunden als Sieger hervorzugehen und nicht schon am Anfang bankrott zu gehen, waren „Riddle of the Ring“ und auch „Drakon“ jene Spiele, die unendlichen Spielspaß versprachen – jedes Match ist mit Sicherheit anders als das vorherige – und sie erlaubten einem seinen Gegner das ein oder andere Bein zu stellen.
Der SpieltischBesonders schön fand ich „Riddle of the Ring“ – ein altes (1985) aber liebevoll gemachtes Brettspiel rund um den Einen Ring. Zwar schließe ich mich Astrid an, dass die Regeln etwas verwirrend waren zu Beginn, aber spätestens nach der dritten Spielrunde war alles erlernt, was man zum Kampf um den Ring benötigte. Einziger Minuspunkt in meinen Augen ist die Tatsache, dass man mindestens vier Spieler braucht, um Spannung ins Spiel zu bringen, und selbst da, kann es passieren, dass man durch die große Karte ohne Feindkontakt nach Mordor kommt – unsere Gruppe war ziemlich pazifistisch und erst zum Schluss waren wir Zeugen einiger Kämpfe.
Als großer Fan von Brettspielen und Co. war es für mich ein sehr schöner Nachmittag, den ich mit lieben Menschen verbringen durfte. Und ich wurde darin bestätigt, dass solche Spiele-Nachmittage nicht nur etwas für Kinder sind, sondern sehr wohl auch für Erwachsene, besonders jetzt im Winter.

Ankantoiel

Fotos:

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